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Vom Landschaftsraum in den Wohnraum

«...Und so liest und beleuchtet Ulrich Studer Landschaft. Es sind Zwiegespräche, die der Künstler in seinem Atelier wie in den grossen Landschaftsprojekten mit der Landschaft hält. Es geht um die Wahrnehmung, das Erleben und Imaginieren von Landschaft, von Welt.»
Aus dem Werkkatalog Ulrich Studer (erscheint 2017) von Patricia Bieder, wissenschaftliche Assistentin, Kunstmuseum Solothurn



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«Wellengang bei Ebbe», 2017; Technik: Faservlies, Druse, LED, Grösse 110 x 130 cm; Foto: Thomas Batschelet

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«Feineis», 2016
Pola, Plexi, Argonlicht
75x74cm

Foto: Helen Ree
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«post fornacem I», 2016
Technik: Eisen, Schamott, Neon
Grösse 41 x 64 cm

Foto: Helen Ree


Seit einiger Zeit recherchiert Ulrich Studer mit bildnerischen Experimenten zu den landschaftsgestalterischen Abläufen:
Fliessen / Ablagern / Falten / Erodieren. Sie geben ihm Anlass zu Spekulationen über die Erdkräfte. Sein Ideal, welches auch die chinesischen Künstler beseelt, ist die Verwirklichung eines lebendigen Mikrokosmos, in dem  der Makrokosmos von selbst wirksam werden kann (aus "Fülle und Leere", François Cheng, Berlin 2004). Dabei entstehen materielle Studien, die einen eigenständigen Werkcharakter darstellen.

Aus der Serie CHINACH, 2015


Aus der Serie "Aroma der Landschaft", 2015



ENIGMA La Tène:
Archäologie und Landart begegnen sich.

Ulrich Studer zeigt Recherchen zu seinem Lichtprojekt "Enigma La Tène", das er im Rahmen des Keltenjahres bei La Tène 2007 realisierte.

Der Künstler im Gespräch mit Madeleine Betschart, Archäologin und Leiterin Museum Schwab, Biel (2008)

Ulrich Studer vergleicht und sortiert archäologische Funde aus La Tène mit seinen Fundstücken und Fliessformen im temporären Atelier im Museum Schwab

Mit dem Fotokopierer lotet der Künstler die Fundstücke aus

Ulrich Studer präsentiert eine Auswahl seiner Bildrecherchen zusammen mit den Originalen



Beobachtungen und Spekulationen zu den Keltenschädeln von La Tène


Die Stimmung am Strand von La Tène, beim Ausfluss der Zihl aus dem Neuenburgersee, ist noch heute erhaben und friedlich. La Tène wird als keltische Kultstätte definiert und ich vermute, dass die dort aufgefundenen Schädel von der Bedeutung der bestatteten Menschen zeugen. An die Spekulationen über eine blutrünstige Opferstätte glaube ich nicht.
Die Einkerbungen auf den Totenschädeln gaben Anlass zu vielen Interpretationen. Diese sind nach meinem Dafürhalten Symbole oder Kennzeichnungen.
Im harten Kontrast der Fotokopie zeigt sich die Sorgfalt, mit welcher die Kerben in den Schädel geschnitzt wurden.

Mit der Grafik «La Tène» thematisiere ich den Schädel als Symbol der Erde und als Zentrum des Ich’s.

Ulrich Studer
Januar 2009